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  Ludwig Wittgenstein sagt...
ÀÛ¼ºÀÏ: 2006/07/30 PM 04:41
¼öÁ¤ÀÏ: 2006/07/30 PM 07:47
ÀÛ¼ºÀÚ: ±è¸íÈñ(tarkowskij9)



[Werkausgabe Band 8 : Vermischte Bemerkungen] ,

Suhrkamp, 1989

.
.
.



Struktur und Gefuehl in der Musik.
Die Gefuehle begleiten das Auffassen eines Musikstuecks,
wie sie die Vorgaenge des Lebens begleiten. 1931



Die Musik Bruckners hat nichts mehr von dem langen und schmalen (nordischen?) Gesicht Nestroys, Grillparzers, Haydns
etc., sondern hat ganz und gar ein rundes,
volles (alpenlaendisches?) Gesicht, von noch ungemischterem Typus als das Schuberts war. 1931



Ich glaube bestimmt, dass Bruckner nur mit dem inneren Ohr und
einer Vorstellung vom spielenden Orchester,
Brahms mit der Feder, komponiert hat.
Das ist natuerlich einfacher dargestellt, als es ist.
Eine Charakteristik aber ist damit getroffen. 1931



Das genaueste Bild eines ganzen Apfelbaumes hat in gewissem
Sinne unendlich viel weniger Aehnlichkeit mit ihm,
als das kleinste Masliebchen mit dem Baum hat.
Und in diesem Sinne ist eine Brucknersche Symphonie mit einer
Symphonie der heroischen Zeit unendlich naeher verwandt,
als eine Mahlerische. Wenn diese ein Kunstwerk ist,
dann eines gaenzlich andrer Art.
(Diese Betrachtung aber selbst ist eigentlich Spenglerisch.) 1931



In den Zeiten der stummen Filme hat man alle Klassiker zu den
Filmen gespielt, aber nicht Brahms und Wagner.
Brahms nicht, weil er zu abstrakt ist.
Ich kann mir eine aufregende Stelle in einem Film
mit Beethovenscher oder Schubertscher Musik begleitet denken
und koennte eine Art Verstaendnis fuer die Musik durch den Film bekommen. Aber nicht ein Verstaendnis Brahmsscher Musik.
Dagegen geht Bruckner zu einem Film. 1934 oder 1937



Von einer Brucknerschen Symphonie kann man sagen,
sie habe zwei Anfaenge :
den Anfang des ersten und den Anfang des zweiten Gedankens.
Diese beiden Gedanken verhalten sich nicht
wie Blutsverwandte zu einander, sondern wie Mann und Weib. 1938



Die Brucknersche Neunte ist gleichsam ein Protest gegen
die Beethovensche und dadurch wird sie ertraeglich,
was sie als eine Art Nachahmung nicht waere.
Sie verhaelt sich zur Beethovenschen sehr aehnlich,
wie der Lenausche Faust zum Goetheschen,
naemlich der katholische Faust zum aufgeklaerten, etc. etc. 1938



Nichts ist so schwer, als sich nicht betruegen. 1938



Wenn die Kunst dazu dient, >Gefuehle zu erzeugen<, ist,
am Ende, ihre sinnliche Wahrnehmung auch
unter diesen Gefuehlen? 1939-1940



Das Klavierspielen, ein Tanz der menschlichen Finger. 1939-1940



>Zweck der Musik : Gefuehle zu vermitteln.<
Damit verbunden : Wir moegen mit Recht sagen
>>er hat jetzt das gleiche Gesicht wie frueher<<
- obwohl die Messung in beiden Faellen Verschiedenes ergab.
Wie werden die Worte >>der gleiche Gesichtausdruck<<gebraucht?
- Wie weiss man, dass Einer diese Worte richtig gebraucht?
Aber weiss ich, dass ich sie richtig gebrauche? 1940



*



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ȰȰ...

(ºü¶ß¸° ÀåÀÛ ¸î °³ ´õ ³õ°í... °í¸¿½À´Ï´Ù.)




2006/07/30 PM 04:41  154¹ø ÀÐÀ½  
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